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Sagen

175. Sagen vom Waldstein

175. Sagen vom Waldstein.

Mitgeth. von L. Zapf.

Vom Waldstein, der düstern Ruine des »rothen Schlosses«, wird viel erzählt. Manchmal soll droben das Glöcklein der alten eingefallenen Kapelle läuten, wer es aber läuten hört, dem zeigt es seinen Tod an. Von der Schüssel, der höchsten Felskuppe, hat sich einst ein Weib in die schauerliche Tiefe hinabgestürzt, um ihrem Leben ein Ende zu machen. Große Schätze liegen droben vergraben und noch heutigen Tages sucht und gräbt mancher arme Mann nach ihnen. Früher hat sich manchmal ein Männlein sehen lassen, das reichte dem Hirten oder Holzhauer, dem es begegnete, einen Stein oder sonstigen unscheinlichen Gegenstand. Mancher warf ihn weg, mancher steckte ihn ein und nahm ihn mit nach Hause – dem ist er im Sack zu eitel Gold geworden.

Quelle: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 180.