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Sagen

480. Luthers Ritt nach Hohenschwangau

480. Luthers Ritt nach Hohenschwangau.

v. Hormayr, goldene Chronik von Hohenschwangau S. 178.

Als Luther mit Langenmantel zur Nachtszeit Augsburg verlassen, ritten sie acht große Meilen weit in Einem fort, das Lechfeld hinauf dem blauen Hochgebirg zu. Eine kurze Weile, so weiß alte Volkssage, sollen die Leibwächter des päpstlichen Legaten den Flüchtling verfolgt haben, aber ihm schon ganz nahe, erschreckt umgekehrt sein, da sie Luther und den Langenmantel auf gluthschnaubenden und die dunkle Oktobernacht erhellenden Feuerrossen mit Windeseile vor sich herbrausen sahen. Die erste Rast soll der Langenmantel dem Luther erst auf Hohenschwangau bei dem ihm günstigen Freybergen und Schwangauern vergönnt, ihn aber gleich wieder von dort auf des Freybergs Hauptschloß Hohenaschau weiter geführt haben.

Quelle: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 9.