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Sagen

701. Die eiserne Hose

701. Die eiserne Hose.

Mündlich.

Hinter der Marienkapelle zu Würzburg steht ein Haus, welches den Namen »eiserne Hose« führt. In diesem Hause wohnte im Jahre 1525 der bekannte Ritter Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand, so lange er als einer der Kommandanten des »armen Konrad,« des Bauernheeres, im Bauernkriege zu Würzburg verweilte. Da hielt er auch einen Domherrn gefangen, und ließ ihn in eine eiserne Hose, die er eigens hatte fertigen lassen, stecken, um ihn dadurch zu zwingen, anzugeben, wo seine verborgenen Schätze lägen. Allein der geistliche Herr blieb standhaft. Nach Beendigung des Bauernkrieges ließ er nun zur Erinnerung an seine ausgestandenen Leiden ober der Thüre dieses Hauses an die Wand eine eiserne Hose malen, und von der Zeit an nannte man dieses Haus die »eiserne Hose.« Die gemalte eiserne Hose ist zwar verschwunden, aber das Haus wird von den Würzburgern noch heut zu Tage die »eiserne Hose« genannt.

Quelle: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 235.