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Sagen

724. Das wüthende Heer bei Würzburg

724. Das wüthende Heer bei Würzburg.

Mündlich. (Würzb. Mundart von J. Ruttor.)

A alte Häckersfrau hat mer a G'schichtla von ihrn Vater derzelt. Der is a mol an en Nachmittag naus sein Wengert (Weinberg) ganga. Doa hat er an Weg a großa, graua Katz sitza g'seha, und dia hat a prächtigs Kreasla (Krause) von theiera Brabanter Spitza an ihrn Hals o g'hat. Wie die Katz auf en zuakumma is und hat en g'schmeichelt, hat er zu era g'sagt: »Kätzla, du hast ja a schens Kreasla o.« – Auf e mol hat die Katz ihre Auga so feieri gerollt, is aufg'schwolla und fort gega die Waldskugel zua higebraust. Und glei dernach is so a arger Storm kumma und so a args Dunnerwetter, daß mer gement hat, der jingsta Tag brechet o. Des war es withenda Heer, denn in zeha (zehn) Minuta war wieder es schensta Wetter.

Quelle: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 252-253.