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Sagen

782. Die Michaelskirche auf dem Engelsberge

782. Die Michaelskirche auf dem Engelsberge.

Von Ph. Will.

Auf dem Engelsberg an schatt'ger Stelle
Wollt' man gründen eine Betkapelle
Die dem heil'gen Michael geweiht;
Rasch war schon das Holz im Wald geschlagen
Hin an den bestimmten Ort getragen,
Rasch die Steine für den Bau bereit.

Doch! o Gotteskraft in Wunderthaten!
Nachts der Engel Feierchöre nahten,
Und es wandern Balken, Steine fort,
Von den Seraphshänden sanft entrücket,
Hin wo sich das Auge nur entzücket,
Wie im Flug an einen schönen Ort.

Wer erkannte nicht des Himmels Deutung?
Rasch gedieh das Werk in frommer Leitung.
Jetzt noch prangt die Kirch' in stiller Pracht,
Wo Marias Gnadenbild den Armen
Mutterliebe spendet und Erbarmen,
In des Erdenlebens düstre Nacht.

Quelle: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 301.