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Sagen

881. Die Martinsgänse

881. Die Martinsgänse.

Mündlich.

Fast bis zu der Zeit, da die Altstadt Kemptens dem bayerischen Staate einverleibt wurde, mußte nach einem uralten Brauch der Spitalbäcker zu Kaufbeuern jedes Jahr am Martinstage Punkt zwölf Uhr Mittags zu Pferd an der Illerbrücke eintreffen und zwei silberne Händleinpfennige nebst zwei Martinsgänsen mit sich bringen, einen der Pfennige ins Wasser werfen und den andern beim Hause Nr. 226, wo der Stadtkirchner seine Ankunft erwartete, abgeben. Die Gänse durften, während er über die Brücke ritt, nicht schreien, sonst war die Gabe ungültig.

Quelle: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 414-415.