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Sagen

198. Der Jungfernsprung bei Dahn

198. Der Jungfernsprung bei Dahn.

Vor Zeiten ward ein Mädchen in Dahn des unzüchtigen Umgangs mit dem Pfarrer angeklagt. Um ihre Unschuld zu beweisen, erbot sie sich, von dem hohen, steilen Felsen beim Orte hinabzuspringen und sich dabei nur den kleinen Finger zu verstauchen. Nachdem es ihr bewilligt worden, that sie den Sprung in die große Tiefe und verstauchte sich dabei bloß den kleinen Finger. Auf dem Platze, wo letzteres geschah, entsprang augenblicklich eine Quelle, die noch heute fließt, und der Felsen wird seit jener Zeit der Jungfernsprung genannt.

Quelle: Bernhard Baader: Volkssagen aus dem Lande Baden und den angrenzenden Gegenden. Band 1, Karlsruhe 1851, S. 183-184.