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Sagen

350. Ein Kind rettet Ladenburg

350. Ein Kind rettet Ladenburg.

Die Schweden hatten Ladenburg eingenommen, und ihr grausamer König wollte es anzünden und alle Einwohner niederhauen lassen. Als diese um Schonung flehten, erwiederte er: »So wenig verschone ich euch und eure Stadt, als ein siebenjähriges Kind den wilden Hengst halten kann, auf welchem ich sitze!« Da trat ein solches Kind hervor und faßte die Zügel des Reitpferds, das so ruhig blieb, als wenn es von der stärksten Hand gehalten würde. Auf dieses Wunder befahl der König, die Stadt und ihre Einwohnerschaft zu verschonen. – Der Vorgang ereignete sich auf dem Fischmarkt (dem jetzigen Kirchhofe) und ist an der Außenseite des Martinsthores abgebildet.

Quelle: Bernhard Baader: Volkssagen aus dem Lande Baden und den angrenzenden Gegenden. Band 1, Karlsruhe 1851, S. 315.