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Sagen

386. Die gemiedene Kanzel

386. Die gemiedene Kanzel.

In der Klosterkirche zu Amorbach, welche seit lange von den Lutherischen benutzt wird, unterfing sich ein Prediger derselben, auf den katholischen Glauben loszuziehen. Da bekam er, auf der Kanzel, von unsichtbarer Hand eine Ohrfeige, und seitdem betritt kein lutherischer Geistlicher mehr diese Kanzel, sondern es wird von einem Chorstuhl aus gepredigt.1

Fußnoten

1 Wenn Schnezler die Aechtheit dieser Sage bezweifelt, so beweis't er auch hierdurch nur seinen Mangel an Volkskenntniß und an Beruf zum Sagensammeln.

Quelle: Bernhard Baader: Volkssagen aus dem Lande Baden und den angrenzenden Gegenden. Band 1, Karlsruhe 1851, S. 341.