Sagen -  Legenden -  Überlieferungen
aus Deutschland, Österreich, Schweiz

Das Sagen-Archiv mit mehr als 10000
Sagen aus alter Zeit zum online lesen

Sagen

169. Krieg und Frieden

169. Krieg und Frieden

Im Jahre 1644, am 18. August, zog Kurfürst Johann Georg I. an der Stadt Chemnitz vorbei. Da fingen seine Leute in dem Gehölz der Gegend ein wildes Weiblein, das nur eine Elle groß, sonst aber recht menschlich gestaltet war. Angesicht, Hände und Füße waren glatt, aber der übrige Leib rauch. Es fing an zu reden und sagte: »Ich verkündige und bringe den Frieden im Lande.« Der Kurfürst befahl, man sollte es wieder frei gehen lassen, weil vor etwa fünfundzwanzig Jahren auch ein Männlein von gleicher Gestalt gefangen worden, welches den Unfrieden und Krieg verkündigt.

Quelle: Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsche Sagen. Zwei Bände in einem Band. München [1965], S. 192.