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Sagen

552. Der Königsberger Loth

552. Der Königsberger Loth.

(S. Hennenberger S. 216.)

Im Jahre 1548 ist zu Königsberg ein alter sechzigjähriger und gichtbrüchiger Maler, Christoph genannt, verbrannt worden, der seine Tochter von funfzehn Jahren, Bersabea, von Gottes Wort abgehalten hat, auf daß er seine Unzucht nach Loths Exempel unverweigert mit ihr treiben mochte. Er fragte vor Gericht, ob er vor Gott oder den Menschen gesündigt habe, er habe sich mit Gott versöhnt und darauf das heilige Sakrament empfangen, darum habe der weltliche Richter nichts mit ihm zu thun, und weil Loth in dieser Welt nicht gestraft worden sei, wäre es unrecht ihn zu strafen. Er mußte aber doch zu Asche verbrannt werden und die Tochter ist aus dem Lande getrieben worden.

Quelle: Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau 1868/71, S. 548.