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Sagen

637. Von drei gewissen Schüssen

637. Von drei gewissen Schüssen.

(S. Hennenberger S. 269.)

Auf dem Schlosse Marienburg hatte der Hochmeister Conrad von Jungingen ein schön gegossen Marienbild von Kupfer, 12 Ellen lang, im Feuer vergoldet, in ein blindes Fenster vorn an die Kirche setzen lassen. Nach diesem schoß ein Reuße, nach erhaltenem Unterricht des polnischen Büchsenmeisters, weil er dadurch täglich drei gewisse Schüsse erlangen werde, wurde aber blind. Den verlachte des polnischen Königs Büchsenmeister, wollte selbst schießen, da zersprang ihm die Büchse, sie erschlug etliche Herren und den Tartarenhauptmann, der den Hochmeister zuvor in der Schlacht auf dem Tannenberg erstochen hatte. Deshalb standen die Tartaren auf, hieben den Büchsenmeister in Stücken und so wurden ihm die Schüsse, auf daß er sie andere gelehrt, wohl belohnt.

Quelle: Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau 1868/71, S. 601-602.