340. Erntegebrauch im Schaumburgischen
340. Erntegebrauch im Schaumburgischen.
Wenn der Roggen gemäht und der letzte Halm unter der Sense gefallen ist, so stellt sich Alt und Jung um den Erntekranz und schreit jauchzend:
Waul! waul! waul!
Oft folgt dann ein spottender Zusatz in Bezug auf ein Nachbardorf, das mit der Ernte noch zurück ist:
Waul! waul! waul!
Die Grover (oder Algesdorfer etc.) sind faul!
Dieser Spottreim soll jedoch neueren Ursprungs sein.
Mündlich.
Quelle: Karl Lyncker: Deutsche Sagen und Sitten in hessischen Gauen. Kassel 1854, S. 256.