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Sagen

728. Wassermann Hackelmärz

728. Wassermann Hackelmärz

In Themar, einem uralten hennebergischen Städtlein, vor alters Dagamari geheißen, rufen die Kinder einander zu, wenn sie in der Werra baden und sich schrecken wollen: Hu! reiß aus! Der Hackelmärz kömmt! – und denken sich unter dem Hackelmärz einen abscheulich langen dürren graugrünbärtigen Wassermann, der aus der Tiefe heraufsteigt und nach ihnen fängt. Solcher Hackelmärze lassen sich im Werratale unterschiedliche sehen, sie heißen nur anders. Ihr Name erinnert an den Hackelbernd, der aber wilder Jäger ist, Luft-, nicht Wassergespenst. Zwischen der Rappelsdorfer Mühle und der Schwarzbacher Papiermühle muß die Schleuse, die ohnweit Themar in die Werra fällt, alle sieben Jahre einen Toten haben. – Auch in Themar sagen die Kinder, wenn im Winter so recht große dicke Schneeflocken fallen: Die Fra Holl schüttelt ihr Bett aus.

Quelle: Ludwig Bechstein: Deutsches Sagenbuch. Meersburg und Leipzig 1930, S. 479.